|
HUNDESHAGEN. Durch den Brand eines Wohnhauses wurden gestern in Hundeshagen zwei Familien obdachlos. Die Gemeinde startete sofort eine Hilfsaktion. Denn von der Brandkatastrophe betroffen ist auch eine junge Mutter, die vor drei Tagen ihr zweites Kind bekam. Es war etwa halb neun Uhr am Morgen, als Daniel Rothensee und seine Schwiegereltern im oberen Geschoss ihres gemeinsamen Wohnhauses das Feuer bemerkten. Eher durch Zufall, denn alle hielten sich zu dieser Zeit im Erdgeschoss auf. Auch die dreijährige Tochter. Schnell wurden die Schwiegermutter und das Kind in Sicherheit gebracht, die Feuerwehr gerufen und den Nachbarn bescheid gesagt. "Wir haben selbst noch versucht zu löschen, aber es hat nichts genutzt", berichtet Daniel Rothensee ziemlich erschüttert. Am vergangenen Sonntag brachte seine Frau das zweite Kind zur Welt. Sie ist mit klein Vivienne noch im Krankenhaus und ahnte gestern Vormittag noch nichts von dem Unglück, das sich zu Hause abspielte. Das neue Zimmer für das Baby war gerade in Arbeit. Und gestern wollte der junge Vater die Küchenmöbel bestellen. Aber nun hat die Familie ganz andere Sorgen. Dankbar ist Rothensee den Nachbarn, die sich sofort der dreijährigen Tochter angenommen haben. "Da hat sich gezeigt, das sind Nachbarn wie sie im Buche stehen. Sie haben gleich mit geholfen und auch seelischen Beistand geleistet", war Rothensee froh, in so einer schlimmen Situation nicht ganz alleine dagestanden zu haben. Am Freitag sollte seine Frau Mutter mit dem Baby nach Hause kommen. Wenigstens habe die Versicherung schnelle Hilfe zugesichert - auch in Anbetracht der Lage, dass hier ein Neugeborenes mit betroffen ist.
Das Mehrfamilienhaus im Kiel 46 ist wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Das hat die Schwiegereltern, 66 und 71 Jahre alt, sehr mitgenommen, sie müssen auf Grund ihres Schockzustandes im Krankenhaus behandelt werden. Auch eine Feuerwehrfrau wurde eingeliefert - mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Die Feuerwehren von Leinefelde, Worbis, Teistungen und Hundeshagen waren im Einsatz. Die Löscharbeiten waren nicht einfach, da der Kiel eine enge Straße ist. Das Feuer brach im Dachstuhl aus und fraß sich bis ins Obergeschoss - hier ist fast alles abgebrannt. Das Untergeschoss ist durch das viele Löschwasser stark beschädigt. Die Polizei schätzte den Gesamtschaden auf 200 000 Euro. Die Brandursache war vermutlich ein technischer Defekt an einer Elektroleitung im Dachboden, informierte die Polizei.
Bürgermeister Jürgen Funke dankt dem Landkreis, der es möglich machte, dass die Familien erst einmal im Hundeshagener Schullandheim unterkommen konnten. Dorthin brachten gestern viele Helfer auch die Sachen, die aus dem Haus noch gerettet werden konnten. Den Schwiegereltern wurde sogar schon eine Drei-Raum-Wohnung im Dorf angeboten. Wie Funke berichtete, sei dieser Tage eine ältere Frau ins Altenheim gezogen und ihre Wohnung nun frei. Trotzdem brauchen die Brandopfer noch viel Unterstützung, vor allem Bekleidung. Wer helfen kann, meldet sich beim Bürgermeister unter Tel. (036071) 96438. Er will heute für die beiden Familien ein Spendenkonto einrichten. Natalie HÜNGERTA
|